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7. Der Menschenfeind

Schule : Dürer-Gymnasium Nürnberg 
Leitung : Maximilian Weig
Autor : frei nach Molière
Schauspieler : Theatergruppe der Mittelstufe

Die Mittelstufentheatergruppe besteht im Kern bereits seit 3 Jahren und hat sich mit Molières „Der Menschenfeind“ erstmals eine klassische Vorlage für eine Theaterproduktion ausgesucht. Die Gruppe war vor allem von der Aktualität des Textes (von 1666) fasziniert, in dem sie viele Motive und Erfahrungen aus ihrer eigenen Lebenswelt finden konnten.

Ausgangspunkt des Konzeptes für die Aufführung ist eine starke Kontrastierung und formale Gegenüberstellung von Originaltext und persönlicher Auseinandersetzung mit dem Text. Dabei sieht man Molières Figuren im Großformat auf zwei Leinwänden (über zwei Live-Kameras) dabei zu, wie sie sich belügen, ereifern, bedrängen und bekämpfen.

Auf der von Spiegeln gerahmten Bühne setzen die Schüler vor den Leinwänden ihre Anknüpfungspunkte in choreografierten und ganz individuellen Bewegungsformen um, die ihren Ausgang in persönlichen Erfahrungen und Geschichten nehmen. Im Kern des Interesses steht dabei die (Un-)Möglichkeit von zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Schüler kreisen dabei um die Fragen von Ehrlichkeit und Offenheit zu sich und gegenüber Anderen, der Suche nach Nähe und Intimität bei der gleichzeitigen Gefahr der Verletzbarkeit, des Bloßstellens und sozialen Drucks.

Über die Spiegel wird dabei immer die Frage des Seins und des Scheins ins Bewusstsein gerufen. Wie viel Maskerade benötigt man, um gesellschaftlich zu funktionieren und wie viel hat das dann noch mit einem zu tun?

Die daraus gewonnenen Bewegungschoreografien werden parallel und versetzt zum gesprochenen Text gezeigt und damit (auch) in ein Spannungsverhältnis der Aufmerksamkeit der eigenen Geschichten zur überlieferten Geschichte Molières gestellt.





Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn