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4. Macht.Liebe

Schule : Johann-Michael-Fischer-Gymnasium Burglengenfeld 
Leitung : Gerhard Eber
Autor : frei nach „Der Kaufmann von Venedig“ von William Shakespeare
Schauspieler : 23

Shakespeare. Seit gut vierhundert Jahren tot, Repräsentant einer fremden Welt. Text in Hülle und Fülle, noch dazu in der falschen Sprache. Der Kaufmann von Venedig: Der Kaufmann Shylock, Jude, wird vom Kaufmann Antonio um Geld angepumpt, damit dessen Freund Bassanio ins ferne Belmont reisen kann, um seine geliebte Portia zu freien, deren “Ja” allerdings an eine kleine Lotterie gekoppelt ist. Ein Kosmos zwischen Märchenschloss, frühneuzeitlicher Wall Street und Ghetto entfaltet sich in immer neuen Konflikten: Antisemitismus, Banken in der Krise, Realität und Illusion, die Gruppe und der Einzelne, Macht über ein Wirtschaftsimperium und über geliebte Menschen, unerwiderte Liebe, zerrissene Liebe, Liebeslotterie. Charaktere, die alle ihre Facetten, bzw. Macken haben, manchmal von einer Sekunde auf die andere zwischen den Polen oszillieren.

Die Gruppe. Zusammengerechnet fast so alt wie Shakespeare tot ist. Neunzehn weibliche, vier männliche Repräsentanten der Mittelstufe, 9. und 10. Klasse, dazu drei Technikerinnen. Im Kosmos des Theaterkellers entfaltet sich jede Woche durchaus auch ein Kosmos immer neuer Konflikte. Und Charaktere mit allen Facetten sind wir auch. Die meisten spielen schon seit der 6. Klasse zusammen, in bilder- und körperbetonten Produktionen. Natürlich postmodern, sprich, wir haben es unter anderem nicht so ganz mit genau verteilten Rollen, spielen oft chorisch.

Können wir also Shakespeare gerecht werden? Natürlich nicht. Wir beherrschen die Textfülle nicht, können froh sein, wenn wir den Hauptplot erfassen, und bei aller Erfahrung mit Chor und Körper werden wir den Figuren nicht die Tiefe Shakespeares geben können. Aber er reizt, besonders der Aspekt der Beziehungen - der trotz oder wegen der Liebe blinde Vater, die von allen Angebetete, der man aber auch nicht über den Weg trauen kann, der gute Freund, der im richtigen Moment zum Tier werden kann. Also arbeiten wir daran, die (laut Spielleiter “phantastische”) Sprache Shakespeares in Bilder zu setzen, die verbleibenden Textreste zu unserer Sprache zu machen, den Erzählbogen einigermaßen zu erhalten. Man kann schließlich nicht jedes Nichtverstehen des Publikums als postdramatisch gewollt verkaufen.

Was dabei rauskommt? Wir werden sehen...





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